Psycho Me

Samstag, 9. Juni 2007

That's hot!

Du bist die Paris Hilton der Vergleichenden Literaturwissenschaft, sagte er, wohl in der Absicht, mich zu beleidigen.
Womit er nicht rechnete: ich finde das gut.

Mittwoch, 2. August 2006

Pimp my Entscheidungsfähigkeit

Herzblatt bekundete irgendwann sein Unvermögen, an meine (Über-)Lebensfähigkeit zu glauben, und nach und nach bin ich geneigt, ihm zu glauben. Eine geschlagene dreiviertel Stunde lang stand ich vor dem Duschgel-Sortiment des grössten österreichischen Drogeriemarktes (in Wahrheit ist er glaube ich nur der zweitgrösste, aber den anderen mag ich nicht; ausserdem tut das nichts zur Sache); jedenfalls stand ich eine geschlagene dreiviertel Stunde lang vor dem Duschgel-Sortiment des grössten österreichischen Drogeriemarktes, schnüffelte an wirklich jedem Duschgel (die Tanten, die dort arbeiten, wissen inzwischen, dass es mir egal ist, dass man das eigentlich nicht machen darf und lassen mich gewähren) und konnte mich nicht entscheiden. Nachdem mein Lieblingsduschgel aus mir weder bekannten noch nachvollziehbaren Gründen vom Markt genommen wurde und mein aktuelles ganz fürchterlich stinkt (ja, ihr Tanten, das habt ihr davon, dass ihr mich rügt wenn ich schnüffle! Unzufriedene Kunden und Negativwerbung) - das davor, vom dem ich auf die Wirkung hoffend einen Jahresvorrat gekauft habe, wurde von mir dazu verdammt, in der Hölle der schweineteuren, aber nutzlosen Dinge zu verrotten - da jedenfalls mein Streben nach Körperpflege scheinbar von höheren Mächten mit aller Kraft verhindert werden will, kann der saubere geneigte Leser meine missliche Lage imaginieren. Ich will nämlich lecker riechen, meine Haut durch ihr identische Lipide schützen und nach Möglichkeit auch straffen, meine Sinne je nach Bedarf entspannen oder anregen und das Ganze möglichst kostengünstig.
Mein Verdacht, dass Herzblatt möglicherweise doch recht hat, bzw. dass Entscheidungsfähigkeit nicht unbedingt zu meinen Stärken gehört, wurde gravierend erhärtet.
Detto übrigens Katzenfutter. Natürlich weiss ich genau, dass es dem kleinen Monster scheissegal ist, ob da Huhn oder Arschloch auf der Futterdose steht, aber hindert es mich daran, an jeder Sorte zu schnüffeln jede Dose unabhängig davon, dass ich den Text darauf seit Jahren auswendig kenne, stundenlang anzuglotzen? Nein. Natürlich nicht. Ich verbringe nach wie vor mein halbes Leben vor den Katzenfutter-Regalen dieser Welt und überlege, ob ich dem Vieh als nächstes Hasenhäppchen in feinem Gelee oder Lamm à la Méditerranée serviere. Als ob ich nicht sowieso genau wüsste, dass der verzogene Fratz die eine Hälfte herauskotzt und die andere ohne sie eines Blickes zu würdigen stehenlässt.

Tschakka-schreiende Motivationstrainer, bzw. Leute, die mir unentgeltlich den Butler Einkäufer machen wollen, bitte hierher.

Freitag, 21. Juli 2006

Grow Your Own Therapist

Ich erwähnte bereits das ein oder andere Mal, dass es im meinem näheren und entfernteren Umfeld Leute gibt, die meinen, eine gepflegte Psychoanalyse wäre nicht das Verkehrteste für mich; speziell die eine Beste wäre wahrscheinlich nicht unfroh, würde ich, wenigstens vorübergehend, mit Tranquilizern ruhiggestellt werden. Von Pseudo-Alternativen, wie zum Beispiel Johanniskraut sieht, sie schon länger ab. Ich glaube, seit ich das letzte Mal mein Kopfkissen erstochen habe.
Jedenfalls nimmt dieser Wunsch scheinbar immer konkretere Formen an; als wir gestern mit dem Taxi (Dekadenz!) ins Schwimmbad fuhren, überreichte sie mir in Beisein meines Herzblattes, des Taxifahrers und des Mannes, der die Stellung des besten Freundes innehat, ihn hier:
grow-a-therapist

Samstag, 8. Juli 2006

Von Ärschen und Unkraut

Der Tierarzt sah meinen (halb)nackten Hintern, und vorgestern wurde mir mit den Worten Ich dachte, das passt zu Dir ein BlumenStrauss Disteln überreicht. Ich wiederhole mich: etwas läuft falsch hier.

Dienstag, 4. Juli 2006

Werwölfe und andere Ungelegenheiten

Wider besseren Wissens kuckte ich gestern Nacht American Werewolf. Hernach träumte ich, die Menschheit hätte sich in eine Horde blutrünstiger Werwölfe verwandelt, die mir nach dem Leben trachten. Herzblatt war auch einer; der ist vor der Wohnungstüre gelegen um mich zu zerfleischen. Gegen drei Uhr (morgens, wohlgemerkt) stiess ich einen 200 dB-Schrei aus, der mich dann auch aufweckte, und das erste, worauf mein Blick fiel, war der Schatten vom Schäferhund, den ich zur Zeit sitte, was meine Hysterie nicht unbedingt minderte. Ich tat also, was jede vernünftige Frau in meiner Lage tun würde, und rief Herzblatt an. Angesichts der Uhrzeit war er zwar nicht besonders erfreut, meine Stimme zu hören, als ich aber hyperventilierend ins Telefon schnaufte, dass ich von mutierten Werwölfen gefressen werde, wenn er nicht sofort zu mir kommt um mich in den Schlaf zu wiegen, schien er den Ernst der Lage zu kapieren und stand keine zehn Minuten später auf der Matte. Bedauerlicherweise war mir inzwischen eingefallen, dass ich in letzter Zeit die unangenehme Eigenschaft entwickelt habe, angefangene Alpträume nach neuerlichem Einschlafen weiterzuträumen, weswegen ich Herzblatt zwang, sich zu mir ins Wohnzimmer auf's Sofa zu quetschen um mit mir und der Rätseltante auf RTL die Nacht rumzubringen. Hat auch fast geklappt. Er fing ziemlich schnell an zu schnarchen und ich war mit der Lösung "Schwarzwaldklinik" komplett überfordert, was mich aber von ekligen Gedanken von an mir herumkauenden Höllentieren abhielt. Nach den Wiederholungen irgendwelcher Gerichtsshows und ähnlichem TV-Schrott fühlte ich mich irgendwann kurz vor sechs mutig genug, wieder einzuschlafen, um nicht mal eine Stunde später wieder heulend aufzuwachen. Regelkrämpfe. Nachdem ich die gesamte Nachbarschaft im Umkreis mehrerer hundert Kilometer darüber in Kenntnis gesetzt habe, dass ich mich eher aus dem Fenster zu stürzen gedenke, bevor ich diese Schmerzen auch nur eine Minute länger ertrage, erbarmte sich Herzblatt und holte den kläglichen Rest Schmerztabletten, der zwar nicht half, mich aber in Dämmerschlaf versetzte. Wenigstens etwas. Dummerweise habe ich noch immer Angst davor, einzuschlafen, aber das macht nichts, denn ich habe Zeit und morgen kann ich ausschlafen. Gute Nacht.

Donnerstag, 29. Juni 2006

Ich habe eine Fliege getötet.

Es war keine Absicht.
Freud, mit dem ich mich seit geraumer Zeit aus universitären Gründen auseinandersetze, hätte da sicher etwas dazu zu sagen. Ambivalenz-Begriff und so. Nein, doch nicht, der hat was mit der Bewältigung des Ödipus-Komplexes zu tun, und ich hatte weder der Fliege noch ihrem Mann gegenüber erotische Gefühle. Ausserdem sind wir weder verwandt noch verschwägert.
Vielleicht hätte Freud auch etwas über meine Faulheit zu sagen, oder würde mir ein Zeitmanagement-Seminar an's Herz legen oder so. Man weiss es nicht.

Donnerstag, 1. Juni 2006

...

Ich scheine aus dem Gröbsten doch noch nicht heraus zu sein. Irritierenderweise bin ich bei Robbie Williams in Tränen ausgebrochen. Ich scheine meine Pubertät ein zweites Mal zu durchleben, und zwar diesmal richtig (während meiner tatsächlichen Pubertät hätte ich mir eher jedes Körperhaar einzeln ausgerupft als zu Robbie Williams zu heulen. Ich heulte mit Stil. Bush und Green Day und sowas). Gleichzeitig scheine ich aber auch so erwachsen geworden zu sein, dass ich sofort nach dem Aufstehen lüfte und Frühstück im Haus habe. Also richtiges Essen, das auch normale Menschen frühstücken, und nicht Verlegenheits-Futter wie aufgewärmte Spaghetti Bolognese.

Dienstag, 30. Mai 2006

Anti-Aggressions-Therapie

Ok. Ich habe die schlimmsten Stimmungsschwankungen meines Lebens wieder im Griff. Gott sei Dank, sage ich, denn wenn das so weiter gegangen wäre, wäre ich in spätestens einer Woche ohne Freunde da gestanden. Wahllos habe ich Hass-Mails, Hass-Sms und Hass-Schrei-Attacken vom Stapel gelassen, und die Tante vom Spar, die mir immer meine Schinkensemmel macht, musste ebenso dran glauben wie der Grossteil meines Freundeskreises, der dankenswerter Weise mehr oder weniger stoisch darüber hinweggesehen hat.
Ausserdem habe ich einen neuen Lebensinhalt, nämlich Häkeln. Das ist so geil, es ist unglaublich. Noch unglaublicher ist die Tatsache, dass sowas gerade von mir kommt. Als ich noch zur Schule ging durften sich Mädchen nämlich noch nicht aussuchen, ob sie technisches oder textiles Werken machen, das heisst, ich war gezwungen, Stricknadel statt Hammer zu schwingen, was ich wirklich sehr schlimm fand. Und das soll jetzt kein emanzenverseuchtes Loblied auf den Feminismus sein, ich scheisse nämlich mit Verlaub gesagt auf den Feminismus. Es ist lediglich die Offenlegung meines Unvermögens zu stricken.
Jedenfalls war ich schlecht. So richtig, richtig, richtig schlecht - der Tiefpunkt war die Frühwarnung. Das glaubt mir bis heute keiner, dass ich in Werken fast einen Fetzen kassiert hätte.
Wie auch immer.
Letzte Woche sass ich so rum und sie hier packte auf einmal ganz viel Schnur und eine Nadel aus und ich dachte mir noch, boah, ey, und los ging's. Und jetzt kann ich Luftmaschen und feste Maschen und Stäbchen und Doppelstäbchen und hab' zwar nicht den blassesten Schimmer, was das genau bedeutet, werde aber trotzdem eine Kuscheldecke häkeln. Rosa-grün-gelb. So richtig frühlingshaft. So richtig zum Kotzen. Mein cholerisches Gemüt braucht das, ich bin viel ausgeglichener seit ich das kann. Wer weiss, vielleicht komme ich so auch um den mir oftmals nahegelegten Psychiater herum.

Donnerstag, 11. Mai 2006

Geographisches Unverständnis

Für Dich ist wahrscheinlich alles, was südlicher als New York ist, schon Südamerika.

In der Tat.
Und ob meiner akuten Orientierungslosigkeit in Bezirken, die nicht mein eigener sind, brauchte es heute die tatkräftige Unterstützung eines vollbesetzten Busses und mein Herzblatt am Telefon, um nicht bei der falschen Haltestelle auszusteigen. Somit dürfte es wohl auch nicht weiter verwunderlich sein, dass ich mich mal in New York verlaufen habe. Und in Strassburg. Und in Saint Malo. Und in Marokko. Und in Herzogenburg.
Ich gebe es nur ungern zu, aber Herzblatte hatte hiermit wohl doch recht.

Mittwoch, 26. April 2006

Wie wird's dunkel?

Ich fühle mich von zwei nebeneinander angebrachten Lichtschaltern in einem Hörsaal schwerstens verarscht. Ja, so schlimm steht es um meine psychische Gesundheit, dass ich sogar schon Lichtschalter in Verdacht habe, mich in den Wahnsinn treiben zu wollen. Wie dem auch sei, auf dem linken steht Aus Dunkel und auf dem rechten Ein Hell. Was soll das, fragte ich konsterniert, und was hat man angesichts dieser Beschriftungen zu tun, wenn man das Licht ausschalten möchte?

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Sollte sich jemand ob meiner Worte an's Bein gepinkelt fühlen, darf er mir das hier mitteilen und ich werde mir überlegen, ob ich etwas dagegen unternehmen will. Mit den Inhalten verlinkter Seiten habe ich nichts zu tun, und auch sonst lehne ich es ab, für irgendetwas zur Rechenschaft gezogen zu werden. Übrigens werde ich ganz sicher nicht meinen Namen hier reinschreiben. Genauso wenig wie meine Adresse, mein Geburtsdatum, meine Augenfarbe oder meine Lieblingsstellung. Ich mache das hier nämlich nur zum Spass. Mehr habe ich im Moment nicht zu sagen. Danke für die Aufmerksamkeit.

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