Nicht so mein Tag

Donnerstag, 18. Januar 2007

It could be worse

Letzte Woche fing der Schlamassel an. Nein, eigentlich schon vor etwa sieben Jahren, aber ich hab' jetzt nicht so viel Zeit. Letzte Woche also. Letzte Woche wachte ich nämlich auf und konnte nicht aufstehen. Wegen Schmerzen. Im Rücken. Ok, dachte ich mir, ich bleib' noch ein bisschen liegen, dann wird's schon gehen (ja, mir ist jeder Grund recht), schnappte mir Herzblatt und Katze und schlief wieder ein. Nach einer halben Stunde wiederholte sich das Ganze. Ich stieß Herzblatt sehr unsanft in die Seite (wenn ich leide, sollen alle anderen auch leiden, das ist mein Credo) und ließ mich von ihm in die Vertikale hieven. Etwas ratlos saß ich dann jammernd am Bett herum, bis Herzblatt meinte, ein Besuch beim Arzt wäre eventuell eine hilfreiche Maßnahme. Klingt einleuchtend, also ging ich diesem Ratschlag nach, nicht allerdings ohne mich noch von Herzblatt umziehen zu lassen, denn nicht mal das konnte ich alleine.
Die Tante erfasste auch gleich den Ernst der Lage, versorgte mich ordentlich mit Schmerzmitteln und packte noch eine Röntgen-Überweisung dazu. Falls es was mit der Wirbelsäule zu tun hat. Also darauf kann sie Gift nehmen, das weiss ich nämlich schon seit den bereits erwähnten sieben Jahren, aber ok. Ich ging brav in dieses Röntgen-Labor, ließ mir von einer schlecht gelaunten, magersüchtigen Praktikantin vor allen Anwesenden sagen, dass ich mich in Kabine 3 bis auf die Unterhosn auszuziehen habe und wartete gleich mal zehn Minuten in Kabine 3, die in etwa die Maße einer Duschkabine für Kleinwüchsige hatte. Auf der einen Seite ging's raus ins Wartezimmer, und da wollte ich - nackt bis auf die Unterhosn nicht hin, die andere Seite war abgesperrt. Also stand ich da, kuckte möglichst nicht in den Spiegel (Größe 36 schützt vor Orangenhaut nicht) und fand mich selbst furchtbar bemitleidenswert. Plötzlich riss die schlecht gelaunte, magersüchtige Praktikantin die zweite Tür auf und verschwand mit dem Worten Bist eh net schwanger? ins Zimmer, wo sie mich ohne weitere Anordnung stehen ließ. Ich weiss jetzt nicht, wie das bei anderen ist, aber ich fühle mich in fremden Zimmern mit fremden Menschen, die nicht nett zu mir sind, schrecklich unwohl, und dieses Gefühl steigt proportional zum Prozentsatz nackter Haut, meiner nackten Haut nämlich. Man kann mein Missfallen an der Situaltion also imaginieren. Die Alte fummelte also an irgendwelchen Geräten herum und ich stand hinter ihr und hatte keinen Plan. Irgendwann räusperte ich mich, in der Hoffnung, sie würde sagen, Danke, das war's schon, Du kannst Dich wieder anziehen, aber die blöde Kuh drehte sich um, musterte mich von oben bis unten und widmete sich wieder der Röntgenröhre. Als es mir zu blöd wurde, winselte fragte ich, ob ich mich schon mal hinlegen soll, worauf mich ein gezischtes Nein gleich wieder zum Schweigen brachte. Die dämliche Ziege hatte Glück, dass ich mich ohne Klamotten so würdelos fühle, denn hätte ich wenigstens meinen BH angehabt, ich hätte ihr schleunigst klargemacht, wer hier die coolere Braut ist. Naja. Pech für mich. Irgendwann, sie wandte mir noch immer ihren Rücken zu, vernahm ich ein Stell Dich da rüber und folgte der Richtung, in die ihr Kopf zeigte. Ok, die Details erspare ich uns jetzt, aber natürlich hab' ich mich falsch hingestellt, und es ist sowieso eine schlechte Idee, die Haare offen zu tragen, wenn der Rücken geröngt werden soll, und überhaupt soll ich doch bitte endlich ruhig stehenbleiben. Ja. Ein Spass war das Ganze. Nachdem sich die ganze Prozedur auf der Liege wiederholte und die Tussi mir wirklich jeden Funken Würde, den ich im Leib trug, ausgetrieben hatte, war's vorbei und ich durfte mich wieder anziehen. Schön war's, danke.
Während ich dann über's Wochenende auf die Bilder wartete, beschloss meine linke Mandel fröhlich an- und wieder abzuschwellen. Warum auch nicht, so eine kleine Angina ist ja auch unheimlich spassig. Herzblatt kümmerte sich rührend um mich, im Gegensatz zu meiner Ärztin, zu der ich mich in der Hoffnung, sie würde mir Antibiotika verschreiben, hinschleppte. Vergebens. Dafür sah sie sich die Röntgenbilder an um mir mitzuteilen, dass meine Wirbelsäule dort, wo sie gekrümmt sein sollte, gerade ist. Und ich glaube, das ist schlecht. Mindestens so schlecht wie der Umstand, dass ich mich ab jetzt wieder von Physiotherapeuten malträtieren lassen muss. Ich habe ja Zeit.
Übrigens ist meine Strom-Jahresabrechnung gekommen. Bald kann man mich unter einer Brücke besuchen kommen.

Dienstag, 14. November 2006

Morgens

Morgens vor'm Spiegel bin ich ja auf alles gefasst, denn das Schicksal Mutter Natur scheinbar mich seit zweieinhalb Dekaden in den Freitod laufen lassen zu wollen. Morgens in den Spiegel zu kucken, das ist schlimm. Da fragt man sich als Mensch, der bisher ja doch das ein oder andere Mal jemanden abbekommen hat, was da eigentlich mit einem passiert in der Nacht.
Jedenfalls war ich heute, wie jeden Morgen, auf alles gefasst. Aber mit diesem Zombie, der mir da mit roter, geschwollener Nase und mindestens ebenso geschwollenen Augen, um die sich erschreckenderweise Fältchen gebildet haben, in denen das Make-Up von gestern lagerte, hatte ich nicht gerechnet. Wirklich nicht. Und das geht langsam wirklich zu weit. Ich kann doch nicht einfach so um neun Uhr morgens mit den ersten richtigen Falten meines Lebens konfrontiert werden. Das ist zu plump und unspektakulär. Ich hätte da an Fanfaren und eine erotische Stimme aus dem Off gedacht (Ladies and Gentlemen, ich habe die Ehre, Ihnen zu verkünden, dass Girl Frau Interrupted letzte Nacht in die Kreise der Frauen aufgestiegen ist, die sich Toyboys statt Lebensabschnittsgefährten leisten können. Frau Interrupted, wir heissen Sie auf’s Herzlichste Willkommen und wünschen Ihnen einen in allen Belangen an- und aufregenden Aufenthalt.). Wäre ich religiös, dürfte auch ein Engel herabschweben um mich offiziell im Stande reifer Frauen zu begrüssen, aber so. Einfach aufstehen, ins Bad schlurfen und nach dem Blick in den Spiegel nicht mal richtig zu erschrecken, weil man denkt, man träumt alb, damit habe ich ein Problem.
Wer kennt übrigens gute Anti-Aging-Produkte?

Sonntag, 10. September 2006

Snakes In My Brain

Ich bin entsetzt. Sowohl Herzblatt als auch meine sogenannten Freunde weigern sich vehement, Snakes On A Plane mit mir anzukucken, und das, obwohl sie über meine Vorliebe für trashige Tiere sind Scheisse-Filme im Bilde sind. Das nehme ich ihnen übel, vor allem Herzblatt; für Deep Blue Sea und Congo war er sich nicht zu schade, als er derinst fiebrig und auch sonst sehr angeschlagen mein Bett vollschwitzte. Meinen Einwand, dass ein Film mit dem grossartigen, anbetungswürdigen, von TV-Media liebevoll als die coolste aller coolen Hollywood-Säue titulierten Samuel L. Jackson nie und nimmer schlecht sein könne, schmetterte er naserümpfend ab und bemerkte herablassend, dass ich mir wahrscheinlich auch einen Film mit dem Namen Mice In A Car ansehen würde. Was ich übrigens tatsächlich täte, wenn die coolste aller coolen Hollywood-Säue mitspielen würde.
Wie dem auch sei. In nächster Zeit komme ich vermutlich ohnehin nicht in den zweifelhaften Genuss, meine geschundenen Knochen in einen der meist unverschämt unterkühlten Kinosäle Wiens zu hieven, denn eine kleine Influenza hat mich in ihrem Würgegriff. Ja, Influenza; meine Mandeln haben freundlicherweise beschlossen, mir diesmal nur einen Tag zur Hölle zu machen. Dafür scheinen meine Hormone gravierende Probleme zu haben, was sie durch unhübsche und vor allem sehr zahlreiche Pickel kundtun; nicht mal im zarten Alter von 11, meiner Akne-Blütezeit, sah ich so schlimm aus wie jetzt. Aber da ich - ja, ich erwähnte es bereits - krank bin, sieht mich eh keiner ausser Herzblatt, und der findet mich immer geil. Das hab' ich ihm so befohlen. Möge der Fieberwahn niemals aufhören.
Icebucket Hula hat mir übrigens ein Mail geschrieben. Wer auch immer Icebucket Hula sein mag.

Mittwoch, 16. August 2006

Von Füssen und Nutten

Meine Füsse schmerzen, und diesmal haben weder Pumps noch Slings ihre Finger Absätze mit im Spiel. Meine neuen Sneakers sind schuld. Beziehungsweise ich, denn ich habe sie zu klein gekauft. Jedenfalls kann die Haut an der Ferse ganz schön schnell futsch sein, wenn man barfuss in zu engen Schuhen rumläuft, soviel weiss ich jetzt. Am nächsten Tag hatte ich zwar kleine Wunden an den Füssen, aber ich dachte mir, mit ordentlich Blasenpflaster drauf ist das kein Problem. Das war falsch gedacht, aber sowas von. Blöderweise habe ich nämlich den austretenden Pus (das deutsche Wort dafür ist ja wirklich eklig) mit Hydrokolloidgel (und immer schön die Gebrauchsanweisung lesen!) verwechselt und ausserdem irgendwie vergessen, das Zeug vor dem Schlafengehen runterzuziehen. Am nächsten Tag wusste ich dann, dass das ein Fehler war, denn das ganze Zeug unter dem Pflaster hatte beschlossen, sich liebzuhaben und miteinander zu verschmelzen und deswegen war gleich mal das nächste Riesenstück Haut im Arsch. Anstatt die schmerzenden Füsse hochzulegen und mich von Herzblatt bemitleiden zu lassen, musste ich dummerweise arbeiten. Ich dachte mir also, kein Problem, ich ziehe Flip Flops an, dann reibt da hinten nichts. Dass es genau in dieser Sekunde zu regnen anfing, muss ich vermutlich nicht extra erwähnen. Dass ich weder Desinfektionsmittel noch Pflaster oder sowas zu Hause hatte, wohl auch nicht. Nicht, dass mir das Zeug irgendwie weitergeholfen hätte, denn inzwischen hatte ich schon Angst, auch nur daran zu denken, mich selbst zu verarzten, aber trotzdem. Der Hypochonder von heute lässt sich von solcherlei Kleinigkeiten jedenfalls nicht abhalten. Er geht zum Onkel Doktor um die Ekelwunden fachmännisch verbinden zu lassen. Ich bin mir zwar selten dämlich vorgekommen, als ich zum Arzt reingegangen bin und gesagt habe Sie müssen mir bitte die kleinen Wunden da unten verbinden, ich hab' Angst davor, aber er war so nett und hat darüber hinweggesehen. Wobei er imho noch am liebevollen und sensiblen Umgang mit seinen Patienten arbeiten sollte. Als er nämlich mit einem Tupfer in der eitrigen Wunde herumstocherte und ich laut aufbrüllte, dachte der Gute gar nicht daran, sich zu entschuldigen, sondern sagte Beruhigen Sie sich, ich habe ja gesagt, dass es wehtun wird. Dafür hat er aber noch zwei schöne Verbände drangemacht und ich war glücklich. Komischerweise bin ich immer glücklich, wenn ich Bandagen trage. Ich schätze, das hört auf, wenn mir mal was richtig Schlimmes fehlt. Wie auch immer. Die blöden Wunden taten weh. Das taten sie auch noch am nächsten Abend, das hielt mich aber nicht davon ab, mit der einen Besten ins Lokal, in dem man mir Bier bringt, ohne dass ich es bestellen muss, zu gehen humpeln, um den dort anwesenden Besten sowie die Kellnerin, mit der ich bis jetzt nie was zu tun hatte (ausser, dass sie mir Bier bringt) zu überreden, noch tanzen zu gehen. Was wir auch taten. Erfahrungsgemäss schwindet der Schmerz mit zunehmendem Alkoholpegel, was die ganze Sache wesentlich angenehmer für mich machte, und als wir gegen fünf Uhr morgens rausgeschmissen wurden (nicht schlechtes Benehmen, sondern Feierabend), jammerte ich solange, bis ich die anderen überredet hatte, noch nicht nach Hause zu fahren. Da aber blöderweise nichts mehr offen hatte, beschloss der Beste, uns Mädels mal die Welt zu zeigen, und so gingen wir in eines dieser Lokale, wo nicht Türe aufgeht, wenn man reinwill, sondern erstmal eine Luke in der Tür, durch die man böse angekuckt wird. Irgendwie habe ich damit gerechnet, auf Kommando ein Codewort sagen zu müssen um reinzukommen. Zum Beispiel Schweinebraten. Oder so. Jedenfalls hockten wir uns da rein, um uns die ganze Zeit über von den anwesenden Nutten Damen und ihren Zuhältern mustern lassen zu müssen. Einer von den Zuhältern kam auch gleich rüber und bequatschte uns, nur ist bis heute unklar, was genau sein Begehr war. Ich persönlich bin der Meinung, er wollte uns die Nutte Dame, die an der Bar sass, andrehen, die eine Beste meint, er wollte sich selbst andrehen, der Beste ist überzeugt, für einen waschechten Zuhälter gehalten worden zu sein und dass der Kerl einen kleinen Plausch unter Kollegen halten wollte. Da mir aber keine dieser Optionen sonderlich wünschenswert erscheint, will ich nicht weiter darüber nachdenken. Ausserdem ist sonst auch nichts weiter Erwähnenswertes passiert. Nur meine Füsse tun noch weh.

Donnerstag, 10. August 2006

Notstandsalarm

Mit der gar nicht mal so schlechten Einleitung Entschuldige bitte fing alles an. Blöd nur, dass der Kerl dazu alles andere als gar nicht mal so schlecht war. Ich möchte sogar so weit gehen zu behaupten, dass er so circa das Schlechteste war, das ich seit langem erblickt habe.
Trotz gefühlter 20 kg schwerer Einkäufe, die ich trotz gefühlter 60 Grad im Schatten durch die Gegend schleppte, blieb ich stehen und schmiss ihm ein unfreundliches Ja? vor die Füsse. Mal ehrlich, wer mich in einer solchen Situation aufhält, darf mir bestenfalls die Einkäufe nach Hause tragen, und wenn's George Clooney höchstpersönlich ist. Wie auch immer, ich war jetzt auf ein Wo ist die Strasse, auf der ich mich befinde, aber zu blöd bin, das Schild, das vor meiner Nase steht, zu lesen? gefasst, aber stattdessen grinste mich dieser Unmensch an und fragte Darf ich Dich kennenlernen? Oh. Abgesehen von Menschen, die sich verirrt haben, werde ich tagsüber in oder vor Strassenbahnen sonst nur von katholischen Seelsorgern, die ob meines traurigen Blicks befüchten, ich werde den Waggon als Suizidinstrument missbrauchen, angequatscht. Wobei der traurige Blick Standardeinstellung ist und meistens nur so halb so ernst gemeint, wie er aussieht. Na jedenfalls, in der Strassenbahn jemanden anzuquatschen, das ist irgendwie befremdlich. Ich meine, da kann ich mir gleich das Mikro vom Fahrer schnappen und eine Durchsage à la Ich hab's nötig. Willige Frauen bitte hierher machen. Vor allem, wenn dann auf meine Verneinung ein - Schade. Ich finde Dich hübsch, weisst Du? hinterhergeschossen wird. Ich meine, was glaubt der? Dass ich dann sage Ach so, dann schon, oder was? Ich will ja nicht undankbar sein, aber wer mich knapp 30 Minuten nach dem Aufwachen für hübsch hält, der hat sie eindeutig nicht mehr alle. Nicht mal Herzblatt findet mich mit zerstrubbelten Haaren, geschwollenen Augen und verschmiertem Make-Up toll.
Mag sein, dass ich ein kleiner, verzogener Fratz bin, und in Wahrheit eine Mischung aus dem Glöckner von Notre Dame und Jean-Baptiste Grenouille, bloss mit Titten, und wahrscheinlich sollte ich dankbar sein, dass überhaupt irgendwer auf mich steht, aber was nicht geht, das geht nicht. Und ich will nun mal erst angequatscht werden, wenn ich mein Okay gegeben habe und ausreichend signalisiert habe, dass man mich nun anmachen darf. Ich bin ja schliesslich nicht die Wohlfahrt.

Donnerstag, 22. Juni 2006

Hass. Ekel. Leid. Hitze.

Ich möchte mich umbringen, so heiss ist es. Exakt 33.4 Grad zeigt das Thermometer an; im Zimmer, wohlgemerkt. Herzblatt scheint es partout nicht wahrhaben zu wollen, dass es draussen heisser ist als drinnen und nötigt mich fortwährend, die Fenster aufzureissen, damit die Dreckshitze unbeschwert in meine Wohnung strömen kann; gestern entging er deswegen nur knapp einem Amoklauf. Alles über 20 Grad wirkt sich nicht unbedingt stimmungsaufhellend auf meine geschundenen Nerven aus. Blöderweise stehen diese tropischen Temperaturen in direkter Relation zur zunehmenden Transpiration der Menschheit im Allgemeinen und meiner im Besonderen, deswegen springe ich alle zwei Stunden unter die Dusche, was sich erwiesenermassen negativ auf meine ohnehin unheimliche zickige Haut auswirkt. Seit Jahren bekomme ich nach den sommerüblichen Hautausschlägen à la Sonnenallergie und Hitzepickel meinen herbstlichen Zuviel-gewaschen-Ausschlag, dessen Namen ich vergessen habe. Soll heissen, ich rieche zwar lecker, sehe aber scheisse aus.
Und wenn ich die Gelse, der ich die unerträglich juckenden Riesendreckspusteln auf meinen Beinen zu verdanken habe, in die Finger bekomme, dann zeige ich ihr, was Leid bedeutet. Nix mit schnellem Zerquetschen. Ich werde zuerst ihre Flügel ausreissen, ihr dann mit einer Mikro-Pipette das Blut, das sie mir geraubt hat, aussaugen und sie dann in Salzsäure baden. Nicht mit mir, Du Drecksvieh!
Übrigens werde ich erst aufhören, über das Wetter und die mit dem Wetter einhergehenden Insekten zu jammern, wenn es in diesem Land wieder gemütliche null Grad Aussentemperatur hat.
Und jetzt gehe ich duschen.

Montag, 19. Juni 2006

...

Man nennt mich Stubenfliege, gibt mir 5er auf exzellente Proseminar-Arbeiten, u.a weil man zwar den Verdacht hat, ich hätte abgeschrieben (was bitte Blödsinn ist. Wenn ich z.B. schreibe "Wien ist die Hauptstadt von Österreich" mach' ich ja auch kein Zitat draus), aber keine Beweise (natürlich nicht. Ich habe ja auch nicht abgeschrieben. So blöd werd' ich sein). Des weiteren weigert sich meine Haut vehement, auch nur ein klitzekleines Fünkchen Bräune anzunehmen, trotz für meine Verhältnisse exzessiver Sonnenbäder. Der bestaussehenste mann alive ist verliebt, aber nicht in mich, ausserdem muss ich heute arbeiten, was bedeutet, ich kann nicht schwimmen gehen. Ich muss bis 21.00 zweihundert Seiten eines Buches gelesen haben, über das ich bis morgen Früh ein Referat schreiben muss. Und ich habe noch exakt elf Tage Zeit für drei Proseminar-Arbeiten vom letzten Semester.
Es scheint, ich bin im Arsch.

Donnerstag, 15. Juni 2006

Hölle

Diese verdammte Hitze bringt mich um den Verstand, wenn ich mein Elend mal pathetisch ausdrücken darf. Es hat gefühlte 300 Grad und ich finde weder die zusammengehörigen Ober- und Unterteile meiner Bikinis, noch die Unterwäsche, die letztes Jahr als Bikini durchgegangen ist. Das bedeutet, ich muss morgen Früh zuerst in die Bibliothek um die bestellten Bücher abzuholen, die ich für die drei Seminararbeiten brauche, die ich seit letztem Semester vor mir herschiebe und für deren Schreiben ich nur noch zwei Wochen Zeit habe, und nachher muss ich schnell zu einem H&M reinhüpfen und mir irgendeine Scheisse kaufen, die nicht passt, weil mir H&M-Bikinis nie passen, aber mein Budget nicht mehr für Palmers reicht.
Sollte es überhaupt so weit kommen. Ich wurde dazu verdonnert, das kranke Nichtchen zu hüten, und wie ich irgendwann bereits klagte, scheinen ihre Viren und Bazillen in mir sowas wie eine gute Freundin zu sehen.
Fuck. Jawoll.

Donnerstag, 8. Juni 2006

Es langt.

Ehrlich. Meine sogenannten Freunde können mich allesamt am Arsch lecken. Am Arsch lecken, ja. Ich hasse sie nämlich und will mir keine euphemistischen Bezeichnungen einfallen lassen für das was sie mich können.
Und weil ich mir nicht sicher bin, ob und wie viele der involvierten Personen mich lesen, und weil ich absolut keinen Bock habe, den erklärenden Beitrag wieder online zu stellen - von weiterführenden Erklärungen ganz zu schweigen - müsst Ihr Euch mit dem zufrieden geben, was jetzt kommt.

Die eine Beste und ich gingen gestern in das Lokal, in dem man mir Bier bringt ohne dass ich es bestellen muss. An sich nichts Ungewöhnliches, im Gegenteil. Nach einiger Zeit kam auch der junge Mann, mit dem sie bisweilen die Bettlaken zu zerwühlen pflegt, was auch eher Regel als Abnormität ist. Und wie das so ist, wenn wir drei unseren Alkoholpegel in luftige Höhen treiben (Halt. Eigentlich nur die beiden, ich blieb stocknüchtern - man erinnere sich an meine Sperenzchen machenden Mandeln), kamen wir auf die grossartige Idee, nicht nach Hause zu fahren, sondern unsere Luxuskörper noch irgendwo auf's Tanzparkett zu schwingen. Irgendwie dachte ich mir zwar schon, dass etwas Schlaf keinem von uns schaden würde, aber ich wollte ja nicht als Spassbremse dastehen, ausserdem tut den beiden ein Aufpasser hin und wieder ganz gut.
Ok, wir waren tanzen, wir hatten Spass, ich dachte mir noch, dass mir an diesem Abend eines der üblichen Dramen erspart bleiben würde (die beiden Herrschaften neigen bisweilen zu überschäumender Theatralik; mein letzter Geburtstag verdient nicht zu unrecht das Prädikat erinnerungswürdig; alkoholgeschwängerte Eskalationen und so - GZSZ ist ein Dreck dagegen) und wenn ich gerade in der richtigen Stimmung bin, mische ich da gerne mit. Nun ist es aber so, dass solchermassen ausser Kontrolle geratende Situationen nach ständiger Wiederholung nicht mehr aufregend, sondern einfach nur ermüdend sind, und zwar für die Zuhörer, namentlich mich. Und wenn ich über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg fast täglich von beiden Seiten angerufen werde und mir ihre Scheisse anhören muss, und wenn meine Ratschläge erbettelt werden und nach zwei Jahren noch immer kein Schwein auf meine Ratschläge hört, sondern weiter Theater macht, dann hab' ich irgendwann keinen Bock mehr.
Gut. Gestern war es mal wieder so weit. Die eine Beste schwankte besoffen durch die Gegend, war angepisst, als ich ihr ihre drei (!) Stamperl Wodka weggenommen habe und verschwand torkelnd in der Menschenmasse. Der dritte im Bunde lief ihr wie immer nach, ich stand angefressen in der Gegend rum und fragte mich, warum die beiden mir wirklich jeden verdammten Abend, den ich mit ihnen verbringe, versauen müssen. Nach einer Stunde tauchten sie wieder auf. Die eine heulte, der andere versuchte wenig erfolgreich einen nüchternen Eindruck zu machen, dazwischen fragten sie mich, warum ich denn jetzt böse sei, und da platze mir der Kragen. Dann bin ich hysterisch geworden und hab' ihnen allen die Show versaut. Wenn die glauben, mir jede Sekunde meines Lebens auf die Nerven gehen zu können, haben sie sich geschnitten, ehrlich.
Erinnert sich jemand an diese Werbung von ... keine Ahnung. Mutter und Kind im Supermarkt, Kind legt etwas in den Einkaufswagen, Mutter legt es zurück ins Regal, Kind läuft rot an und holt tief Luft, da wirft sich die Mutter schreiend und strampelnd auf den Boden und das Kind steht mit offenem Maul daneben und ist verblüfft. So war das gestern auch. Ich war die Mutter und die beiden das Kind.
Irgendwann hab' ich mich wieder beruhigt, wir sind raus, die eine Beste und ich steuerten das nächste Taxi an, da meinte der Herr der Schöpfung, der gerade wenig elegant gegen einen Hydranten gedonnert ist, dass er sehr wohl in der Lage sei, zu fahren. Wir verneinten das, er beharrte darauf, wir verneinten, er beharrte, und Drama Nummer zwei nahm seinen Lauf. Die eine Beste fing wieder an zu heulen, ihr Kavalier und ich haben uns angeschrien und da war's mir dann wirklich zu blöd. Ich sagte, macht doch was ihr wollt, und ging los. Sie riefen mir noch hinterher, ich solle mich doch jetzt bitte nicht so anstellen, ich antwortete, dass sie sich gerne umbringen könnten, wenn ihnen danach wäre, ich für meinen Teil würde aber gerne in meinem Bett und nicht in einem brennenden Autowrack aufwachen, und weg war ich. Derart von meinem bis dato wenig ausgeprägten Überlebensinstinkt fasziniert, beschloss ich dann gleich mal im Sinne eines gesunden Lebenswandels zu Fuss nach Hause zu gehen. Dumm nur, dass ich die Sache mit den Blasen an den Füssen nicht in meine Überlegungen miteinbezogen habe, denn meine Füsse tun jetzt höllisch weh.
Auf halber Strecke begegnete ich einem von diesen Menschen, die um fünf Uhr morgens in den Stiegenhäusern dieser Welt Zeitungen vor die Türen legen. Ich lief, immer noch unglaublich wütend, auf der Strasse rum, dieser Typ stieg mit einem Stapel Zeitungen von seinem Fahrrad und wollte gerade ein Haustor aufmachen und sagte Hallo oder etwas in die Richtung. Da mir aber der Sinn wirklich nicht nach frühmorgendlichen Gesprächen mit Fremden stand, ignorierte ich ihn und ging weiter. Er sagte wieder irgendwas, ich reagierte wieder nicht darauf, da packte mich dieses Subjekt für meine Begriffe einen Funken zu grob am Arm und redete auf mich ein. Leider war ich nun aber ganz und gar nicht in der Stimmung, das vor Furcht erstarrte Mädchen in den Klauen des Bösewichts zu mimen, weswegen ich den Kollegen sehr unsanft gegen die Hausmauer schubste während ich ihn ganz und gar nicht ladylike beschimpfte. Gott sei Dank musste ich mich dann nur als Drecksschlampe bezeichnen lassen; von weiteren Übergriffen sah der junge Mann ab.
Na gut, viel mehr hätte vermutlich nicht passieren können, es war schon hell draussen und überraschend viele Menschen liefen herum.
Na jedenfalls ging ich, von minütlich erfolgten und mir ignorierten Anrufen der einen Besten begleitet, weiter nach Hause.

Das war übrigens die Kurzfassung. Es waren noch der hier erwähnte proletoide Kochlehrling sowie mein Nachbar, ein ehemaliger Zuhälter, involviert, aber ich wollte es überschaubar halten.
Wer mich bemitleidet, ist herzlichst eingeladen, mir Geld für den bald notwendigen Psychiater zu überweisen.

Dienstag, 6. Juni 2006

...

Ich bin eine bemitleidenswerte Kreatur mit zerstrubbelten Haaren, geschwollenen Mandeln und zu wenig Taschentüchern.

Harte Jungs

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Sollte sich jemand ob meiner Worte an's Bein gepinkelt fühlen, darf er mir das hier mitteilen und ich werde mir überlegen, ob ich etwas dagegen unternehmen will. Mit den Inhalten verlinkter Seiten habe ich nichts zu tun, und auch sonst lehne ich es ab, für irgendetwas zur Rechenschaft gezogen zu werden. Übrigens werde ich ganz sicher nicht meinen Namen hier reinschreiben. Genauso wenig wie meine Adresse, mein Geburtsdatum, meine Augenfarbe oder meine Lieblingsstellung. Ich mache das hier nämlich nur zum Spass. Mehr habe ich im Moment nicht zu sagen. Danke für die Aufmerksamkeit.

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