Fliegende Wiener
Mein Eistee ist warm und ich bin zurück. Zugegebenermaßen nicht aus purem Enthusiamus, der mir aus allen Poren tropft, sondern weil gerade wichtigere Dinge anstehen, denen ich mich nicht widmen will, und irgendetwas muss man sich ja widmen. An dieser Stelle würde sich Herzblatt zwar wunderbar anbieten, aber der frönt mal wieder in einem anderen Staat seiner dämlichen Leidenschaft für dämliche Sammelkartenspiele. Und ausser dem hier habe ich alle möglichen Ablenkungen schon durch. Zum Beispiel einen Kurztrip nach Rumänien. Und Kurztrip ist beileibe nicht wörtlich zu verstehen, denn bevor ich das Flugzeug bestieg, galt es, mein Augenmerk zwecks Kurztrip-Vorbereitung auf die wirklich wesentlichen Dinge zu richten, u.a. die tägliche, wenn nicht sogar stündliche Erstellung von Dresscode-Listen für jeden auch noch so unwahrscheinlichen Anlass sowie die wirklich zeitraubende Suche nach perfekten Schuhen, die ich zwar nicht gefunden, dafür aber ein Vermögen für halbperfekte rausgeworfen habe.
Dann kam der Tag der Abreise. Nachdem Herzblatt mich telefonisch durch Check-In und Sicherheitskontrolle gelotst hat (ich bin lange nicht geflogen und dementsprechend desorientiert war ich leider auch) und nach einem kleinen Pläuschchen mit der Sicherheitstante, die sich jetzt hoffentlich gemerkt hat, dass ein BH-Bügel keine lebensgefährliche Waffe darstellt, erfreute ich mich im Flugzeug an meiner leeren Sitzreihe sowie den hüschen Stewards und verdächtigte den Kerl zwei Reihen vor mir, ein Sky-Marshal zu sein; leider fiel mir dann ein, dass wir in Österreich noch nicht so weit sind und kuckte stattdessen verzückt aus dem Fenster. Und ich wäre nicht ich, würde ich mich nicht auch Kilometer über dem Erdboden zum Vollidioten machen. Nach einem für meinen Geschmack unangemessen heftigen Ruck, dem der Inhalt meiner Tasche zum Opfer fiel (ich denke nämlich nicht im Traum daran, meine Tasche neben stinkenden fremden Taschen auf geschätzte 10 cm² zu quetschen), nach diesem Ruck jedenfalls hörte ich mich zu meinem Entsetzen wie einen orgastischen Werwolf aufheulen und merkte, als die Passagiere um mich rum interessiert zu mir rüber blickten, dass ich mich mit angezogenen Beinen in den Sitz krallte. Jetzt galt es, Schadensbegrenzung zu betreiben und meine Würde irgendwie wiederherzustellen. Alles in Ordnung, nur keine Panik, hörte ich mich daraufhin zu meinem noch viel größeren Entsetzen rufen. Ja. Würde. Nur darauf kommt es an.
Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass ich mich in Flugzeugen noch nie so schrecklich entwürdigend benommen habe, nicht einmal, als ich am Rückflug von New York die Klotüre nicht mehr aufbekommen habe und um 3 Uhr morgens wie bescheuert dagegenhämmerte, um die Stewardessen zwecks Hilfestellung aufzuwecken.
Wie dem auch sei, nach keinen weiteren Zwischenfällen kamen wir an und plötzlich hatte es 33 Grad. Damit und davon habe ich weder gerechnet noch in meinen schlimmsten Albträumen zu phantasieren gewagt, und angesichts meiner nicht eben zurückhaltenden, ständigen Klugscheisserei hoffe ich, dass dieser Satz den gängigen topo- sowie logischen Grundregeln entspricht und gerecht wird. Was auch immer. Ich war da, Mama auch, und bis auf einige hitze- und staubedingte Nervenkrisen war alles wunderschön (P.S.: Mami, ich hab' Dich lieb), weswegen Herzblatt sofort und unter Androhung von Liebesentzug bei Nichterfüllung dieses meines Herzenswunsches von mir verpflichtet wurde, im Sommer mit mir hinzufliegen um endlich bei meiner Familie vorstellig zu werden. Es ist ja ausserdem nicht so, als hätte er nicht auch etwas davon; wie ich ihn kenne, würde er es gar nicht mehr zum hoffentlich jetzt schon in Planung befindlichen Barbecue bei meiner Tante schaffen, weil sein Bauch angesichts des überdurchschnittlich großen, unterdurchschnittlich billigen Angebotes an wirklich leckerem Futter explodieren würde, während wir vom Balkon aus die Straßenhunde und den Polizisten von gegenüber mit Würstchen bewerfen (und das ist keine Ausgeburt meiner kranken Psyche; diesem Szenario durfte ich eigenäugig beiwohnen).
Whatever. Ich muss weg. Auf Wiedersehen.
Dann kam der Tag der Abreise. Nachdem Herzblatt mich telefonisch durch Check-In und Sicherheitskontrolle gelotst hat (ich bin lange nicht geflogen und dementsprechend desorientiert war ich leider auch) und nach einem kleinen Pläuschchen mit der Sicherheitstante, die sich jetzt hoffentlich gemerkt hat, dass ein BH-Bügel keine lebensgefährliche Waffe darstellt, erfreute ich mich im Flugzeug an meiner leeren Sitzreihe sowie den hüschen Stewards und verdächtigte den Kerl zwei Reihen vor mir, ein Sky-Marshal zu sein; leider fiel mir dann ein, dass wir in Österreich noch nicht so weit sind und kuckte stattdessen verzückt aus dem Fenster. Und ich wäre nicht ich, würde ich mich nicht auch Kilometer über dem Erdboden zum Vollidioten machen. Nach einem für meinen Geschmack unangemessen heftigen Ruck, dem der Inhalt meiner Tasche zum Opfer fiel (ich denke nämlich nicht im Traum daran, meine Tasche neben stinkenden fremden Taschen auf geschätzte 10 cm² zu quetschen), nach diesem Ruck jedenfalls hörte ich mich zu meinem Entsetzen wie einen orgastischen Werwolf aufheulen und merkte, als die Passagiere um mich rum interessiert zu mir rüber blickten, dass ich mich mit angezogenen Beinen in den Sitz krallte. Jetzt galt es, Schadensbegrenzung zu betreiben und meine Würde irgendwie wiederherzustellen. Alles in Ordnung, nur keine Panik, hörte ich mich daraufhin zu meinem noch viel größeren Entsetzen rufen. Ja. Würde. Nur darauf kommt es an.
Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass ich mich in Flugzeugen noch nie so schrecklich entwürdigend benommen habe, nicht einmal, als ich am Rückflug von New York die Klotüre nicht mehr aufbekommen habe und um 3 Uhr morgens wie bescheuert dagegenhämmerte, um die Stewardessen zwecks Hilfestellung aufzuwecken.
Wie dem auch sei, nach keinen weiteren Zwischenfällen kamen wir an und plötzlich hatte es 33 Grad. Damit und davon habe ich weder gerechnet noch in meinen schlimmsten Albträumen zu phantasieren gewagt, und angesichts meiner nicht eben zurückhaltenden, ständigen Klugscheisserei hoffe ich, dass dieser Satz den gängigen topo- sowie logischen Grundregeln entspricht und gerecht wird. Was auch immer. Ich war da, Mama auch, und bis auf einige hitze- und staubedingte Nervenkrisen war alles wunderschön (P.S.: Mami, ich hab' Dich lieb), weswegen Herzblatt sofort und unter Androhung von Liebesentzug bei Nichterfüllung dieses meines Herzenswunsches von mir verpflichtet wurde, im Sommer mit mir hinzufliegen um endlich bei meiner Familie vorstellig zu werden. Es ist ja ausserdem nicht so, als hätte er nicht auch etwas davon; wie ich ihn kenne, würde er es gar nicht mehr zum hoffentlich jetzt schon in Planung befindlichen Barbecue bei meiner Tante schaffen, weil sein Bauch angesichts des überdurchschnittlich großen, unterdurchschnittlich billigen Angebotes an wirklich leckerem Futter explodieren würde, während wir vom Balkon aus die Straßenhunde und den Polizisten von gegenüber mit Würstchen bewerfen (und das ist keine Ausgeburt meiner kranken Psyche; diesem Szenario durfte ich eigenäugig beiwohnen).
Whatever. Ich muss weg. Auf Wiedersehen.
girl interrupted - 19. Mai, 00:00
